Der Wetterhahn

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Der Turmhahn

Ein alter Brauch

Ein alter Volksbrauch, der von den Dachdeckern geübt wurde, wenn es galt, einen reparierten Turmhahn wieder auf seinen luftigen Sitz zu bringen, lebt in Pr. Ströhen im westfälischen Landkreis Lübbecke wieder auf. Dort hatte Dachdeckermeister Gieselmann mit seinen Gesellen bei einer Dachreparatur des Turmes der Imanuelkirche, das die Halterungen des Turmhahnes durchgerostet waren. Da die letzte Reparatur schon lange vor dem ersten Weltkrieg ausgeführt worden war, löste man den Turmhahn aus seiner Verankerung, brachte ihn zur Erde, ließ ihn vom Schmied überholen vom Maler vergolden. Bevor der Hahn aber wieder auf seinen luftigen Sitz gebracht wurde, führten ihn die Dachdecker wie in alten Zeiten in feierlichem Zuge durch den Ort. In den Häusern der verschiedenen Ortsteile und auf den Bauernhöfen wurde der “Gockel” vorgestellt und mit bunten Papierbändern versehen. Jeder Einwohner der den Turmhahn auf diese Weise schmücken wollte hatte an die Dachdecker einen Obolus ( Geschenk) zu entrichten.

Die Schuljugend beteiligte sich an dem Umzug und trug bunte Papierbänder. Die Dachdecker sagten in den Häusern einen alten Spruch auf:


“ Es tritt nun der Wetterhahn

Die große Reise wieder an.

Weil es von altersher so Sitte

Bringen wir ihn vorerst in eure Mitte.

Damit ihr ihm sein Standgeld gebt

Und er auf der Kirche noch lange steht.

Der Hahn wird nochmals durchs Dorf geführt,

Nachdem er ist jetzt Repariert...

Und soll wieder für lange Zeit

Seine Pflicht erfüllen in der Einsamkeit”

Dann wurde der Turmhahn wieder auf die Spitze des Turmes der Immanuelkirche gebracht und dort kunstgerecht befestigt.

Quelle

Aus der Zeitschrift “ Deutsches Dachdecker Handwerk Nr.15 5 August 1963 (per E-Mail von Herrn U. Motz - vielen Dank)

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