{"id":57,"date":"2016-08-21T12:33:54","date_gmt":"2016-08-21T10:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/preussisch-stroehen.de\/wp\/?page_id=57"},"modified":"2017-01-11T20:48:42","modified_gmt":"2017-01-11T19:48:42","slug":"historisches","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/historisches\/","title":{"rendered":"Historisches"},"content":{"rendered":"<div id=\"content\">\n<div id=\"bodyContent\">\n<p>Die fr\u00fcheste urkundliche Erw\u00e4hnung erfuhr Preu\u00dfisch Str\u00f6hen, damals Stroden (sumpfiges Gel\u00e4nde) genannt, im Jahre 1088. Aus dem Jahre 1310 ist bekannt, das zum damaligen Str\u00f6hen 15 Hofst\u00e4tten geh\u00f6rten. Im Jahre 1647 waren es schon 56. Bis heute ist die Zahl auf weit \u00fcber 500 angewachsen. 1843 wird Preu\u00dfisch Str\u00f6hen selbst\u00e4ndige Gemeinde im damaligen Amt Rahden. Am 1. Januar 1973 wurde sie mit den \u00fcbrigen Gemeinden des Amtes Rahden zur Stadt Rahden zusammengelegt.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"bodyContent\">\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"content\">\n<div id=\"bodyContent\">\n<h2><span id=\"Preu.C3.9Fisch_Str.C3.B6hen.2C_die_Geschichte_eines_Dorfes\" class=\"mw-headline\">Preu\u00dfisch Str\u00f6hen, die Geschichte eines Dorfes <\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Stroden_1080:_Der_Forstbann_der_Gisela\" class=\"mw-headline\"> Stroden 1080: Der Forstbann der Gisela <\/span><\/h3>\n<p>1033, vor 975 Jahren, wurde dem Bischof von Minden der Besitz <a class=\"extiw\" title=\"wp:rahden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/rahden\">Rahdens<\/a> und anderer L\u00e4ndereien vom Kaiser besiegelt. Der Forstbann Stroden, und damit Str\u00f6hen, wird etwa f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter in einer Urkunde genannt, mit der der bedeutende Osnabr\u00fccker <a class=\"extiw\" title=\"wp:Benno II. von Osnabr\u00fcck\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Benno_II._von_Osnabr%C3%BCck\">Bischof Benno II.<\/a> die G\u00fcterschenkung einer Edelherrin Gysla aus seinem Kirchspiel <a class=\"extiw\" title=\"wp:Drebber\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drebber\">Drebber<\/a> im Zeitraum 1080 bis 1088 best\u00e4tigt. Das Wort \u201eStroden\u201c wird in der Regel mit dem Begriff Strutten f\u00fcr Niederwald gedeutet. Aber auch der alts\u00e4chsiche Begriff streu f\u00fcr flie\u00dfendes Wasser wird als Wurzel vermutet, womit \u201eStr\u00f6hen\u201c noch \u00e4lteren Ursprungs w\u00e4re.<\/p>\n<h3><span id=\"1248\" class=\"mw-headline\"> 1248 <\/span><\/h3>\n<p>Der Forstbann Stroden ist dann wohl 1248 aus dem Besitz des <a class=\"extiw\" title=\"wp:Hochstift Osnabr\u00fcck\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochstift_Osnabr%C3%BCck\">Hochstiftes Osnabr\u00fcck<\/a> in den Besitz des <a class=\"extiw\" title=\"wp:Hochstift Minden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochstift_Minden\">Mindener Hochstiftes<\/a> getauscht worden, als beide Bist\u00fcmer die gemeinsame Burg St\u00fcrenberg bei <a class=\"extiw\" title=\"wp:Lemf\u00f6rde\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lemf%C3%B6rde\">Lemf\u00f6rde<\/a> gegen die Diepholzer Edelherren errichteten. Der Stroden befand sich ja ohnehin innerhalb der Grenzen des Bistums <a class=\"extiw\" title=\"wp:Minden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minden\">Minden<\/a>, denn dessen Nordgrenze f\u00fchrte von <a class=\"extiw\" title=\"wp:colnrade\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/colnrade\">Colnrade<\/a> im Nordwesten \u00fcber <a class=\"extiw\" title=\"wp:Stolzenau\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stolzenau\">Stolzenau<\/a> an der Weser bis nach <a class=\"extiw\" title=\"wp:Celle\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Celle\">Celle<\/a> im Nordosten. Dieser seit <a class=\"extiw\" title=\"wp:Karl der Gro\u00dfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_der_Gro%C3%9Fe\">Karl dem Gro\u00dfen<\/a> bestehenden Grenze zum Bistum <a class=\"extiw\" title=\"wp:Bremen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bremen\">Bremen<\/a> geh\u00f6rigen Respekt zu verschaffen, tat sich das allezeit in Verpf\u00e4ndungen verstrickte Bistum immer schwer.<\/p>\n<h3><span id=\"1311_-_Erste_Nachrichten_aus_Str.C3.B6hen\" class=\"mw-headline\"> 1311 &#8211; Erste Nachrichten aus Str\u00f6hen<\/span><\/h3>\n<p>1311 wird dem Johann von Roden vom Mindener Bischof eine Rente auf seinen Hof im Stroden bewilligt, nachdem die G\u00fcter Johanns vom Bistum \u00fcbernommen und Rahden als Kirchort und Bollwerk gegen\u00fcber Diepholz verst\u00e4rkt worden war. 1311 wird also erstmals Besiedlung in Str\u00f6hen erw\u00e4hnt. Die Besiedlung bestand aber sicher schon seit Naturland-Zeiten, denn die Pollenanalysen aus dem <a title=\"Karlsmoor\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Karlsmoor\">Karlsmoor<\/a> beinhalten Siedlungsanzeiger aus der <a class=\"extiw\" title=\"wp:Bronzezeit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bronzezeit\">Bronzezeit<\/a>, wie <a class=\"extiw\" title=\"wp:Wegerich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wegerich\">Wegerich<\/a> und <a class=\"extiw\" title=\"wp:Roggen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roggen\">Roggen<\/a>. Es haben <a class=\"extiw\" title=\"wp:H\u00fcgelgrab\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%BCgelgrab\">H\u00fcgelgr\u00e4ber<\/a> bestanden, die zu Ackerland gemacht wurden. Und sicher auch <a class=\"extiw\" title=\"wp:Gro\u00dfsteingrab\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fsteingrab\">Gro\u00dfsteingr\u00e4ber<\/a>, deren begehrtes Material allerdings f\u00fcr die Gr\u00fcndungen von Geb\u00e4uden herangezogen worden ist, als man im Fr\u00fchmittelalter vom haushandwerklichen Pfostenbau zum langlebigen, von Zimmerleuten errichteten St\u00e4nderbau \u00fcberging.<\/p>\n<h3><span id=\"1500_-_1650_-_Jahrhunderte_lang_die_Streith.C3.A4hne_am_Hals\" class=\"mw-headline\">1500 &#8211; 1650 &#8211; Jahrhunderte lang die Streith\u00e4hne am Hals <\/span><\/h3>\n<p>In ungekl\u00e4rten Grenzbereichen, wie im Stroden der Fall, waren Gewaltakte gegen die Bauern des Gegners, mit denen man diesem zu schaden gedachte, gef\u00fcrchtet und leider h\u00e4ufiger zu erwarten. Im Rahdener Land, wie auch anderw\u00e4rts, suchten sich die Leute mit kleinen Fluchtburgen und festen Lehmspeichern zu sch\u00fctzen, in Str\u00f6hen etwa mit einer Anlage im ehemaligen M\u00fcndungsdreieck von <a class=\"extiw\" title=\"wp:Gro\u00dfe Aue\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Aue\">Gro\u00dfer Aue<\/a> und R\u00f6cke (Kleine Aue), wo das Urkataster von 1827-28 auf dem <a title=\"Schlechtingerort\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Schlechtingerort\">Schlechtingerort<\/a> f\u00fcr die Doppelhofanlage Nr. 16 und 17 die Flur \u201eQuappenburg\u201c ausweist. Die Wurzel des Namens ist wohl in \u201eQuebbe\u201c zu sehen, was eine unsichere Schwimmlanddecke im Moor bezeichnete. Das k\u00f6nnte ein guter Platz f\u00fcr einen Pfahlbau mit Zugbr\u00fccke gewesen sein, vielleicht noch im <a class=\"extiw\" title=\"wp:Drei\u00dfigj\u00e4hriger Krieg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg\">Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg 1618-48.<\/a><\/p>\n<p>Sicher sind die Sippen der Edlen und Freien auch der Jahrhunderte langen Auseinandersetzungen untereinander um Machtanteile, die ihnen der Hochadel sowieso nicht zugestand, m\u00fcde geworden. Bezeichnenderweise erhielten die Diepholzer erst 1531 den Grafentitel, nachdem sie 1512 ihr Einflussgebiet dem <a class=\"extiw\" title=\"wp:Herzog von Braunschweig-L\u00fcneburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herzog_von_Braunschweig-L%C3%BCneburg\">Herzog von Braunschweig-L\u00fcneburg<\/a> zur R\u00fcckbelehnung \u00fcbertragen hatten. Und ein Vertragspassus bewirkte dann mit dem Aussterben der Linie schon 1585 die Aufl\u00f6sung der Grafschaft. Sehr \u00e4hnlich und beinahe gleichzeitig erging es der Herrschaft <a class=\"extiw\" title=\"wp:Grafschaft Hoya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grafschaft_Hoya\">Hoya<\/a> und der Vogtei Auburg-Wagenfeld. Letztere war aber an <a class=\"extiw\" title=\"wp:Hessen-Kassel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hessen-Kassel\">Hessen-Kassel<\/a> gefallen, und der Landgraf \u00fcbergab seinem unehelichen Sohn Philipp Wilhelm von Cornberg die Auburg. Dieser kaufte kurz darauf auch das <a class=\"extiw\" title=\"wp:Schloss H\u00fcffe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_H%C3%BCffe\">Rittergut H\u00fcffe<\/a>. Den Mauern der Rahdener Burg sind die Cornberger ebenfalls nicht unbekannt geblieben.<\/p>\n<h3><span id=\"1807_-_Auch_in_Str.C3.B6hen_kommt_das_neue_Denken_an\" class=\"mw-headline\">1807 &#8211; Auch in Str\u00f6hen kommt das neue Denken an <\/span><\/h3>\n<p>Riesige Ver\u00e4nderungen dann gut zweihundert Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr die Str\u00f6her und ihre Umgebung, einschlie\u00dflich <a class=\"extiw\" title=\"wp:Wagenfeld\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wagenfeld\">Wagenfeld-Auburg<\/a>, als sie von 1807 bis 1813 mit allen Nachbarn wahlberechtigte B\u00fcrger von <a class=\"extiw\" title=\"wp:Napoleon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napoleon\">Napoleons<\/a> Gnaden waren, ab 1816 aber bereits wieder an der Auslandsgrenze zum <a class=\"extiw\" title=\"wp:K\u00f6nigreich Hannover\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigreich_Hannover\">K\u00f6nigreich Hannover<\/a> festsa\u00dfen. Die angesehenen <a class=\"extiw\" title=\"wp:Cornberg (Adelsgeschlecht)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cornberg_(Adelsgeschlecht)\">Cornberger<\/a> kutschierten immer noch den Postweg von Wagenfeld \u00fcber Str\u00f6hen-Hoyaerort, wo die Aue zu \u00fcberwinden war, durch das Rahdener Land und besuchten die inzwischen in <a class=\"extiw\" title=\"wp:Westfalen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westfalen\">Westfalen<\/a> sich \u00fcppig verzweigende Verwandtschaft, denn der Auburger Urahn hatte mit zwei Ehefrauen zwanzig Kinder gehabt.<\/p>\n<p>Ein entscheidendes Jahrhundert, genau von 1804 bis 1904, ist die Zeitspanne der <a class=\"extiw\" title=\"wp:Markenteilung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Markenteilung\">Markenteilung<\/a> gewesen. 1804 wandten sich die ersten Str\u00f6her Bauern an die <a class=\"extiw\" title=\"wp:Preu\u00dfen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Preu%C3%9Fen\">Preu\u00dfische<\/a> Regierung von <a class=\"extiw\" title=\"wp:Minden-Ravensberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minden-Ravensberg\">Minden-Ravensberg<\/a> mit der Forderung, ihren H\u00f6fen die nach uraltem Gewohnheitsrecht genutzten Gemeinen Marken als Eigentum zu verbriefen. Dahinter standen die Gedanken, die weitere Zerst\u00f6rung der an Geh\u00f6lzen reichen Fluren durch \u00dcberweidung &#8211; die Umbildung in wertlose Heiden &#8211; aufhalten zu m\u00fcssen, die Existenzgrundlage der H\u00f6fe und ihrer Heuerlinge zu sichern, das Entstehen von Neusiedlerstellen in den Marken zu verhindern.<\/p>\n<p>Richtig in Gang kam die Markenteilung nach den napoleonischen Kriegen ab 1816. Die Landr\u00e4te des Kreises Rahden bzw. L\u00fcbbecke, die Regierung Minden und die hannoversche Sonderstelle in <a class=\"extiw\" title=\"wp:Sulingen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sulingen\">Sulingen<\/a> haben mit den Str\u00f6her Bauern zusammen Jahrzehnt auf Jahrzehnt an einem gro\u00dfen landeskulturellen Werk gearbeitet. 1804 waren Fehler entstanden, die nicht wiederholt werden durften. Vor allem war klar geworden, dass man nur mit der Erstellung eines Katasters eine Rechtsgrundlage gewinnen konnte, was auch geschah. Noch heute werden diese mit feiner Feder und farblich ausgearbeiteten Risse, f\u00fcr die H\u00f6fe von Mindener Milit\u00e4rgeod\u00e4ten je einzeln auf einem gro\u00dfen Bogen angefertigt, sorgf\u00e4ltig im Archiv verwahrt.<\/p>\n<h3><span id=\"1827_-_Urland.2C_die_Fluten_und_die_Str.C3.B6her_L.C3.B6sung\" class=\"mw-headline\">1827 &#8211; Urland, die Fluten und die Str\u00f6her L\u00f6sung<\/span><\/h3>\n<p>Das Urkataster von 1827-1828 war aber nur eine H\u00fcrde. Mit den au\u00dferordentlichen Fortschritten bei der Landeskultur in den Einzugsgebieten der <a title=\"Wiekriede\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Wiekriede\">Wiekriede<\/a>, der R\u00f6cke (Neuer Canal oder Kleine Aue), der <a class=\"extiw\" title=\"wp:gro\u00dfe Aue\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/gro%C3%9Fe_Aue\">Gro\u00dfen Aue<\/a> und des Kleinen und Gro\u00dfen Dieckflusses war es zu absolut unertr\u00e4glich h\u00e4ufigen \u00dcberflutungen in Str\u00f6hen gekommen. Der Naturraum des Forstes Stroden, des von nacheiszeitlichen Fluten pfannenf\u00f6rmig aufgeschwemmten Vereinigungsgebietes der Fl\u00fcsse, das sich noch heute auf Karten markant darstellt, war wohl den Niederschl\u00e4gen gewachsen, nicht jedoch dem Spatenflei\u00df der Menschen des Umlandes. Dieses Umland bestand einerseits aus den n\u00f6rdlichen, zun\u00e4chst unangetasteten und wasserhaltenden S\u00fcmpfen und Mooren im Raum Wagenfeld, andererseits aus der s\u00fcdlich gelegenen Rahdener Geest mit den Bauerschaften von Nordel bis <a class=\"extiw\" title=\"wp:Oppendorf (Stemwede)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oppendorf_(Stemwede)\">Oppendorf<\/a> und dem \u00fcbrigen Kreis L\u00fcbbecke. Wagenfeld ist \u00fcbrigens eine sprachliche Ableitung von Waken-Feld, was eine mit offenen Wasserstellen \u00fcbers\u00e4te baumlose Gegend bezeichnet. Dieses Land entw\u00e4ssert heute \u00fcber die Wagenfelder Aue in die <a class=\"extiw\" title=\"wp:Hunte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hunte\">Hunte<\/a>.<\/p>\n<h3><span id=\"1850_-_Der_.22ewige_Roggenbau.22\" class=\"mw-headline\">1850 &#8211; Der &#8222;ewige Roggenbau&#8220;<\/span><\/h3>\n<p>Nur 3,1 Prozent der Wirtschaftsfl\u00e4che eines Hofes war um 1850 Ackerland und f\u00fcr den \u201eewigen Roggenbau\u201c geeignet. Unverzichtbar auch Laubheu, Graswuchs und Viehtriften. In das Gesamtvorhaben brachte man deshalb die Kanalisierung des Aue-Systems mit ein. Die \u201eGro\u00dfe Graberei\u201c wurde 1855 bis 1857 durch die neu gegr\u00fcndete Rahdener Soziet\u00e4t ausgef\u00fchrt. Der Gewinn an Acker war enorm. In <a title=\"Tielge\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Tielge\">Tielge<\/a> sah man Land. Aber bereits der Chefplaner jener Zeit sagte voraus, dass diese Planungen f\u00fcr ein Gebiet von 10500 Hektar nicht befriedigen w\u00fcrden. Und siehe: 1959 bis 1969 f\u00fchrte der Wasserverband Gro\u00dfe Aue einen noch gr\u00f6\u00dferen Ausbau auf der Grundlage von \u00fcber 43 Tausend Hektar durch, nachdem Niedersachsen den Unterlauf entsprechend ausgebaut hatte.<\/p>\n<p>Sowohl die Abl\u00f6sungen von der Grundherrschaft in Preu\u00dfen, als auch die Markenteilung, die Auekanalisierung und so mancher Prozess waren f\u00fcr die Grundeigent\u00fcmer teure Vorg\u00e4nge. Die 13 Heuerorter Bauern, schon immer Glieder der Rahdener Kirche und mit ihr seit 1648 preu\u00dfisch, mussten sich sogar von hannoverscher Herrschaft abl\u00f6sen lassen, denn \u2013 l\u00e4ngst vergessen! \u2013 das Erbe der Grafen Hoya-Stumpenhausen war 1582 an die Vorl\u00e4ufer des K\u00f6nigreiches Hannover gefallen. Noch obendrein hatte sich eine ganz andere Sorge in Str\u00f6hen fest eingenistet: Infolge des Verfalls der <a class=\"extiw\" title=\"wp:Leinenweberei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leinenweberei\">Leinenweberei<\/a> herrschte in vielen H\u00e4usern inzwischen der bitterste Hunger; unser Landstrich war zum Armenhaus des industriell unterentwickelten Regierungsbezirkes geworden. Von Erm\u00fcdungserscheinungen in Str\u00f6hen ist uns bei alle dem Ungemach nichts \u00fcberliefert, dagegen wird von Hartn\u00e4ckigkeit der Str\u00f6her in Verhandlungen berichtet.<\/p>\n<h3><span id=\"1843_-_Im_Aufbau:_Bauerschaft_Str.C3.B6hen.2C_Schule.2C_Kirche\" class=\"mw-headline\">1843 &#8211; Im Aufbau: Bauerschaft Str\u00f6hen, Schule, Kirche<\/span><\/h3>\n<p>Nachdem die Bauerschaft 1843 als Gemeinde im Amtsverband Rahden verselbst\u00e4ndigt worden war, strebte man auch nach kirchlicher Unabh\u00e4ngigkeit. Diese wurde 1847 verwirklicht, und noch im selben Jahr nahm Pfarrer <a title=\"Eduard Knolle\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Eduard_Knolle\">Eduard Knolle<\/a>, vorher Privatlehrer in Rahden, die erste Beerdigung auf dem neuen Str\u00f6her Friedhof vor. Im n\u00e4chsten Jahr entstand n\u00f6rdlich angrenzend das Pfarrhaus, 1857 s\u00fcdlich angrenzend die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Immanuelkirche\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Immanuelkirche\">Immanuelkirche<\/a>. Die bauf\u00e4llige <a title=\"Str\u00f6her Klus\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Str%C3%B6her_Klus\">Str\u00f6her Klus<\/a> der Pfarre Rahden wurde abgebrochen und in <a class=\"new\" title=\"Hannoversch Str\u00f6hen (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Hannoversch_Str%C3%B6hen&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Hannoversch Str\u00f6hen<\/a> als Schmiede wieder aufgebaut. Der ehemalige Klus-Standort an dem alten Hauptweg von Rahden nach Norden war ein strategischer, denn er befand sich auf Str\u00f6her Gebiet zwischen dem Str\u00f6her Haus Nr. 63 und dem Heuerorter Haus Nr. 74 (einer Gastwirtschaft; Gatzenkr\u00f6ger) und dokumentierte damit die Zugeh\u00f6rigkeit \u2013 mindestens ins 16. Jahrhundert zur\u00fcckreichend! \u2013 der 13 Hoyaer Bauern zum Kirchspiel Rahden.<\/p>\n<p>Mit dem Kirchenbau gegen\u00fcber der bereits sehr alten Schule waren die ersten Schritte zur Bildung einer Str\u00f6her Ortslage getan. 1818 war ein \u00e4lteres Schulhaus durch einen Neubau ersetzt worden. Die Anf\u00e4nge der <a class=\"new\" title=\"Str\u00f6her Schule (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Str%C3%B6her_Schule&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Str\u00f6her Schule<\/a> k\u00f6nnen auf 1650 datiert werden. Lehrer Lohmeier unterrichtete im Winter etwa 30, im Sommer etwa 10 Kinder, wobei bei 11 gro\u00dfen und zahlreichen geringen Hausst\u00e4tten eigentlich mit einer h\u00f6heren Sch\u00fclerzahl zu rechnen gewesen w\u00e4re. Aber es gab ja vor 350 Jahren viel Kinderarbeit &#8211; und so wenig Einsicht und noch seltener das Schulgeld. \u00dcbrigens f\u00fchrten der Sohn und darauf ein Enkel des Lohmeier die Str\u00f6her Schule in das 18. Jahrhundert. Am Ende beschulte man im 20. Jahrhundert in 4 Ortsteilsschulen an die 350 Kinder, bis in den 1960ern sinkende Sch\u00fclerzahlen und gro\u00dfe Schulreformen das Bild ver\u00e4nderten. Jetzt sind wir aber an einem Punkt angekommen, an dem auf die Lekt\u00fcre des \u201e<a title=\"Str\u00f6her Buches\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Str%C3%B6her_Buches\">Str\u00f6her Buches<\/a>\u201c von 1997 aufmerksam gemacht werden muss, in dem Fachleute alle Einzelheiten fein aufbereitet haben. F\u00fcr diesen Beitrag ist der Stoff aus der modernen Zeit Preu\u00dfisch Str\u00f6hens zu umfangreich.<\/p>\n<h3><span id=\"Ab_1900_-_Die_.E2.80.9Eneue_Zeit.E2.80.9C_beginnt_in_Str.C3.B6hen_vor_100_Jahren\" class=\"mw-headline\"> Ab 1900 &#8211; Die \u201eneue Zeit\u201c beginnt in Str\u00f6hen vor 100 Jahren<\/span><\/h3>\n<p>Gebannt und verwundert erkennt man heute in den Rissen des Urkatasters den enormen Umfang der elf bedeutendsten Str\u00f6her und Heuerorter Hofanlagen im 19. Jahrhundert. Da finden sich zehn, f\u00fcnfzehn Geb\u00e4ude auf einem ausgedehnten Hofgel\u00e4nde; das Ganze \u00e4hnelt einem Dorf. Zun\u00e4chst kaum wahrgenommen, verloren diese Anlagen mit den in der Zeit der <a class=\"extiw\" title=\"wp:Industrialisierung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Industrialisierung\">Industrialisierung<\/a> hervorgerufenen Wandlungen der Landwirtschaft ihre Funktion und wurden zu arbeitsaufw\u00e4ndig. Die Globalisierung lehrt uns heute \u00c4hnliches. Der 1900 erfolgte Bau der Eisenbahn brachte einen weiteren Anschub zur Intensivierung. Am <a class=\"new\" title=\"Bahnhof Str\u00f6hen-Wagenfeld (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Bahnhof_Str%C3%B6hen-Wagenfeld&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Bahnhof Str\u00f6hen-Wagenfeld<\/a> entstanden Handels- und Handwerksbetriebe. Kalk, D\u00fcngemittel und Maschinen konnten bezogen und viel mehr Vieh verhandelt werden. Das brachte die Stallhaltung von Vieh, besonders von Schweinen, m\u00e4chtig voran. Neben den drei in Str\u00f6hen vorhandenen Windm\u00fchlen nahm am Bahnhof eine Motorm\u00fchle, die auch den ersten elektrischen Strom in Str\u00f6hen lieferte, seinen Betrieb auf.<\/p>\n<h3><span id=\"So_lebt_sich.E2.80.98s_im_Stadtteil_Preu.C3.9Fisch_Str.C3.B6hen\" class=\"mw-headline\">So lebt sich\u2018s im Stadtteil Preu\u00dfisch Str\u00f6hen <\/span><\/h3>\n<p>Die heutige Ortschaft Preu\u00dfisch Str\u00f6hen stellt im Stadtgebiet Rahden einen Anteil von rund 3500 Hektar dar. Hier leben gut 2000 Einwohner, besch\u00e4ftigt in Landwirtschaft, Handel, Handwerk, mittelst\u00e4ndischem Gewerbe und in den infrastrukturellen Einrichtungen, oder sie haben eine ausw\u00e4rtige Arbeitsstelle. Die Flexibilit\u00e4t der Landwirtschaft dokumentiert sich beispielsweise in einer <a class=\"extiw\" title=\"wp:Biogasanlage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biogasanlage\">Biogasanlage<\/a>. Vereine mit bis 600, 800 Mitglieder, dabei der <a title=\"Werbegemeinschaft\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Werbegemeinschaft\">Werbeverein<\/a> mit 60 angeschlossenen Betrieben, bezeugen viel Gemeinsinn. Neuerdings richtet sich das Augenmerk erfolgreich auf die F\u00f6rderung des <a class=\"new\" title=\"Tourismus (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Tourismus&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Tourismus<\/a>. Daf\u00fcr ist der <a class=\"mw-redirect\" title=\"NRW-Nordpunkt\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=NRW-Nordpunkt\">NRW-Nordpunkt<\/a>, der auf einem im preu\u00dfisch-hannoverschen Staatsvertrag vom 25. November 1837 besiegelten Grenzpunkt basiert, ein Zeichen, aber auch die offene Radfahrerkirche der r\u00fchrigen Kirchengemeinde, die Eisenbahn-<a title=\"Draisinenstrecke\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Draisinenstrecke\">Draisinenstrecke<\/a>, das umfangreiche Sport- und Freizeitgel\u00e4nde und zahlreiche andere Einrichtungen von Tielge bis Heuerort.<\/p>\n<p>Bestand der Ortskern bis 1925 aus sieben Geb\u00e4uden, so ist die Ortslage bis heute auf rund hundert H\u00e4user angewachsen. Der Gesamtbestand liegt bei 600 Hausnummern. Aus \u00f6rtlicher Initiative ist eine Gesellschaft entstanden, die derzeit einen <a title=\"Aue-Markt\" href=\"http:\/\/www.preussisch-stroehen.de\/wiki\/index.php?title=Aue-Markt\">Einkaufsmarkt<\/a> moderner Pr\u00e4gung errichtet, um in Preu\u00dfisch Str\u00f6hen die Nahversorgung sicherzustellen, denn die vielen kleinen Gesch\u00e4fte alter Art sind ja verschwunden. Stark ist der Wunsch in Preu\u00dfisch Str\u00f6hen, als doch etwas abgelegene Ortschaft ein funktionsf\u00e4higes Dorfwesen erhalten zu k\u00f6nnen. Durch all die Zeiten hindurch ging es in der Gemeinschaft des Rahdener Landes vorw\u00e4rts, seit 1033 und 1080\/88, als man Deutsch noch gar nicht schreiben konnte, immerhin aber deutsche W\u00f6rter, wie Rahden oder Str\u00f6hen, experimentierfreudig in lateinische Dokumente aufgenommen hat.<\/p>\n<h1><span id=\"Verfasser\" class=\"mw-headline\"> Verfasser<\/span><\/h1>\n<ul>\n<li>Ortsheimatpfleger Fritz Langhorst im April 2008\n<ul>\n<li>Vielen Dank f\u00fcr diesen wichtigen Beitrag!<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die fr\u00fcheste urkundliche Erw\u00e4hnung erfuhr Preu\u00dfisch Str\u00f6hen, damals Stroden (sumpfiges Gel\u00e4nde) genannt, im Jahre 1088. Aus dem Jahre 1310 ist bekannt, das zum damaligen Str\u00f6hen 15 Hofst\u00e4tten geh\u00f6rten. Im Jahre 1647 waren es schon 56. Bis heute ist die Zahl auf weit \u00fcber 500 angewachsen. 1843 wird Preu\u00dfisch Str\u00f6hen selbst\u00e4ndige Gemeinde im damaligen Amt Rahden. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-57","page","type-page","status-publish","hentry","post-preview"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/57","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/57\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":482,"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/57\/revisions\/482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/preussisch-stroehen.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}